Mayen. Der Welthandel ist auch heute noch oft von Ungleichgewichten geprägt, bei denen Produzenten in Entwicklungsländern unter niedrigen Preisen, prekären Arbeitsbedingungen
und Ausbeutung leiden. Ursachen dieser Ungleichgewichte sind zum einen die historische Verwurzelung des Welthandels im Kolonialismus, zum anderen die anhaltende massive
Bestimmtheit des globalen Handels durch die wirtschaftlichen Interessen reicher Länder und der großen transnationalen Konzerne.
Für die Freien Wähler Mayen (FWM) und die Freien Wähler Mayen-Mittelrhein-Mosel (FWM3) ist deshalb bei allen Formen gelungener Fairtrade-Arbeit in Mayen und im Kreis Mayen-Koblenz
klar, die Realisierung einer Vision eines gerechten Welthandels erfordert auf Dauer grundlegende Veränderungen des derzeitigen globalen Wirtschaftssystems.
Konkret heißt dies für alle Aktivitäten im Bereich Fairer Handel (Fairtrade) - ein Engagement für Handelsbeziehungen, die darauf abzielen, die Lebensbedingungen von
Produzenten in Entwicklungsländern zu verbessern, indem ihnen gerechtere Preise für ihre Produkte und bessere Arbeitsbedingungen garantiert werden. Mehr Gerechtigkeit
im Welthandel zu fordern, bedeutet darüber hinaus, sich gegen die Ausbeutung von Kleinbauern und Arbeitern in ärmeren Ländern einzusetzen und durch politische Lobbyarbeit
die ungleichen Voraussetzungen für Handelsbeziehungen anzugehen und für eine Demokratisierung der gesamten Welthandelsordnung zu werben.
In der Fairtrade-Arbeit beginnt diese langfristige Transformation zunächst durch faire Preise, langfristige und stabile Handelsbeziehungen (z. B. mit Vorfinanzierungen), gute
Arbeitsbedingungen vor Ort, konkreten Umweltschutz (nachhaltiger Anbau) und eine Stärkung der Produzentenorganisationen. Fairer Handel bietet damit allen Verbraucherinnen und
Verbrauchern eine erste Möglichkeit, die Ungerechtigkeiten des Welthandelssystems lokal durch gezieltes Einkaufen zu bekämpfen und so kleinschrittig zum Aufbau von gerechteren
Handelsbeziehungen beizutragen. Von daher erweist sich für die Freien Wähler der FWM und der FWM3 der Faire Handel als eine Möglichkeit, die Welt ein Stück gerechter zu machen,
indem man/frau beim Kauf von Produkten auf die Herkunft und die Bedingungen achtet, unter denen sie produziert wurden.
Foto: Die klassischen Tante-Emma-Läden in Deutschland wurden seit den 1980er Jahren von den Lebensmittelgroßmärkten abgelöst.
Dadurch wurden die intakte persönliche Beziehung und Dienstleistungsbereitschaft zwischen lokalem Händler und seinen Kunden zerstört und anonyme Discounter usw. folgten.