Extreme Wetterereignisse als unterschätzte Gefahr


Bordsteine sind wichtige Schutzmaßnahme bei Starkregen

Mayen. Aufgrund des Klimawandels treten zunehmend extreme, ja teilweise verheerende Starkregenereignisse auf. Deren zerstörerisches Potential darf nicht unterschätzt werden, gerade auch nicht von der Lokalpolitik. Bisher herrschte in den Kommunen nicht selten die vorschnell beruhigende, aber falsche Einschätzung vor, mit dem Kanalbau habe sich die Gefahr von Überschwemmungen durch Starkregen für die Bürgerschaft erledigt. Dies ist aber keineswegs der Fall. Denn die Kanalisationen sind in der Regel nach Standards ausgerichtet, die die Dimensionen derartiger Extreme nicht (mehr) erfassen. Von daher müssen Hausbesitzer, aber auch die Kommunen sich zukünftig mit speziellen Schutzmaßnahmen für Extremregen befassen.

Für eine Stadt wie Mayen bedeutet das, dass mögliche Starkregenereignisse in der Stadtplanung vorsorglich eine stärkere Berücksichtigung finden müssen. Fachleute verweisen hierbei auf mögliche Zielkonflikte in der Stadtplanung: So ist es heute vielerorts üblich, dass z. B. zur Attraktivitätssteigerung Straßen und Fußgängerzonen ebenerdig entworfen oder umgebaut werden. Dadurch verliert aber die Straße zugleich an ihrer Pufferwirkung und an Speichervermögen. "Wenn der Bordstein als Barriere fehlt, fehlt er auch als Schutz vor eindringendem Wasser. "Das Wasser kann dann bei Starkregen einfacher und schneller in Kellerfenster eindringen", betont deshalb Klaus Hillesheim von den Freien Wähler Mayen (FWM). Generell führe die Verdichtung in Innenstädten zu einem höheren Versiegelungsgrad und einer Abnahme von Freiflächen. So verschwänden Pufferräume oder Versickerungszonen für den Fall, dass zu große Wassermassen einmal nicht von der Kanalisation aufgenommen werden könnten. Und wenn überlastete Kanäle dann die Straßen fluten, würden ohne Borde Keller schnell zu Retentionsräumen, die keiner haben will!

Aus diesen Gründen kritisierte in der letzten Sitzung des Mayener Ausschusses für Stadtentwicklung, Wirtschaft und Digitales K. Hillesheim für die FWM-Fraktion die dort vorgestellten Pläne der Stadtverwaltung, alte, aber funktionstüchtige Straßen mittels Entfernung der Bordsteine und durch Gestaltungspflaster umzugestalten. Neben der dadurch gegebenen Verschlechterung bzw. Gefährdung bei Extremregen wies er auch auf manche "Qualitätsmängel" bei einigen neuen Mayener "Pflasterstraßen" (z. B. Töpferstraße,

Pressemitteilung
FWM3
24.03.2025