FWM: Wut über Kahlschlag im Baugebiet "Barwinkeltal"!


Anwohner sind empört und verärgert über illegale Baumfällung

Mayen. Die Wut und die Empörung über die Fällung von mehreren unter schutzstehenden Bäumen im Neubaugebiet Barwinkeltal/Heckenberg vor 26 Tagen sind groß. Was ist geschehen? Ein Investor aus Lonnig hat trotz mehrerer Hinweise aus der Nachbarschaft, dass die Bäume unter Schutz stehen und gesund seien, diese gefällt (siehe Fotos). Daraufhin wurden mehrere Anwohner unabhängig voneinander aktiv; aber die jeweiligen Reaktionen der Behördenstellen waren sehr unterschiedlich. Zu dieser Erkenntnis kommt der FWM-Fraktionsvorsitzende, Hans-Georg Schönberg, nach einem mehrstündigen Gespräch mit den Betroffenen. Ein Anwohner berichtete, dass er am Freitag, dem 26.10.2018, der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises MYK mitgeteilt habe, dass tags zuvor eine mindestens 70 Jahre alte kerngesunde Trauerweide und zwei Birken gefällt wurden. Und das, obwohl die Weide als auch die Birken markiert gewesen seien und unter Schutz standen! Bereits am darauffolgenden Montag meldete sich die Kreisverwaltung, dass sie sich bereits am Freitag davor mit dem Planungsamt der Stadtverwaltung Mayen in Verbindung gesetzt habe. Da jedoch die Fläche, auf denen der Baumbestand gefällt wurde, innerhalb des Geltungsbereiches eines gültigen Bebauungsplanes liege, habe die Untere Naturschutzbehörde leider kein Zugriffsrecht, dafür sei die Stadt Ansprechpartnerin. Ein weiterer Anwohner hat ebenfalls direkt den Behördenweg eingeschlagen und das Mayener Ordnungsamt über die Vorfälle informiert. Hiervon erhielt er nach einigen Tagen die Information, dass die Kreisverwaltung MYK zuständig sei und von ihnen informiert worden sei. Seitdem hat er keine weiteren Antworten erhalten. Ein dritter Anwohner hat am 01. November direkt Oberbürgermeister Treis und das Bauamt angeschrieben, allerdings bis zum 17.11.2018 überhaupt keine Nachricht auf seine schriftliche Eingabe erhalten! In seinem Schreiben schilderte er auch, dass neben der Baumfällung weitere Eingriffe in den natürlichen Bachlauf des Barwinkelbaches von Seiten des Investors vollzogen wurden. Erstaunt äußerte sich dieser Anwohner ebenfalls darüber, dass Mayen gerade viel in den Ruf investiert, eine "bienenfreundlichen Stadt" zu sein, jedoch den konkreten Schutz der natürlichen Räume - wie des ökologisch sensiblen Barwinkeltals - vernachlässigt?

Nicht nur Schönberg ist entsetzt und verärgert, dass die Stadtverwaltung Mayen die Angelegenheit offensichtlich nicht mit dem nötigen Engagement und Nachdruck verfolgt hat. Ja, dass sie sogar eher indirekt dem Investor entgegenkommt, obwohl man aus den Vorkommnissen des Jahres 2016, als die Stadtverwaltung einem Investor für Telekommunikationsanlagen ein FFH-Gebiet als Zwischenlager für anfallenden Straßenaushub ohne ökologische Bedenken zur Verfügung stellte, gelernt haben sollte.

Fest steht aktuell, dass die Anwohner des Barwinkeltals/Heckenberg über die Dreistigkeit der Baumfällung nicht nur wütend sind, sondern auch Konsequenzen einfordern werden. Zwar ist der Schaden für das Barwinkeltal und die Bachaue nicht wieder gut zu machen, aber eine klare Haltung von seitens der Stadtverwaltung in sensiblen Fragen der Stadtökologie darf in Zukunft erwartet werden! Ebenfalls ein spürbares Bußgeld! Fest steht auch, dass aus dieser Aktion die Anwohner Konsequenzen für ein zukünftiges gemeinschaftliches Engagement ziehen wollen und die weiteren Veränderungen im Barwinkeltal kritisch beobachten werden. "Scheinbar müssen in Mayen immer noch umweltbewegte Bürgerinnen und Bürger einen sensiblen Umgang mit Fragen der Stadtökologie gegen die verwaltungsinterne Unkenntnis über Zuständigkeiten bzw. das zögerliche Engagement der Stadtverwaltung in Umweltfragen einfordern", so Michael Helsper (Stellvertretender Fraktionsvorsitzender der FWM).

Pressemitteilung Freie Wähler Mayen