Steht das Rathscheck-Management nicht zu seinem Wort?


FWM: Jetzt sind alle Politiker der Region und in Mainz gefordert, genau hinzuschauen und nach Lösungen zu suchen!



Mayen. Nach den ersten Plänen der Geschäftsleitung von Rathscheck Schiefer sollte bis Ende 2019 die Produktion von Moselschiefer in Mayen eingestellt werden. "Das Produktions-Aus hat wirtschaftliche Gründe", das teilten die beiden Geschäftsführer Andreas Jäger und Frank Rummel einer überraschten Öffentlichkeit vor einigen Wochen mit. Von der Schließung der Moselschiefer-Produktion sind 51 Mitarbeiter betroffen. Diese haben für sich nach der überraschenden Schließungsabsicht über den Betriebsrat und einen gemeinsamen Anwalt, Unterlagen zur Schließung des Bergwerks angefordert. Wie die Freien Wähler Mayen von den betroffenen Mitarbeitern, Bergleuten und dem Betriebsrat zuletzt erfuhren, ist den Betroffenen inzwischen ein neuer Zeitplan vorgestellt worden. Dieser sieht eine deutlich frühere Einstellung der Produktion des weltbekannten Moselschiefers vor. Die Geschäftsführung begründet diese zeitliche Veränderung mit der schlechten Entwicklung der Produktion. Betriebsbesichtigung 07.04.2003

Hans-Georg Schönberg, Fraktionsvorsitzender der FWM, ist fassungslos über diesen vorgezogenen Schließungstermin, mit dem offensichtlich vor allem mehr Druck erzeugt werden soll. Mit sozialverträglichem Handeln hat das nichts mehr zu tun. Steht das Rathscheck-Management nicht mehr zu seinem gegebenen Wort? Auch die früheren Aussagen der Geschäftsleitung gegenüber den Mitarbeitern, dass die Zukunft des Bergwerks von den Erträgen aus der elften Sohle abhänge, lassen Zweifel am gegeben Wort aufkommen. Denn aktuell läuft die Förderung des Moselschiefers mit der Eröffnung der dritten Kammer auf der elften Sohle sehr, sehr positiv. Die Qualität hier übertrifft die der Sohle 10 deutlich und ist wegen ihrer außerordentlichen Güte bestens für den Markt geeignet, wie der Fertigungsleiter über Tage, Hans-Jürgen Hofmann, nun öffentlich feststellte. Für die FWM-Fraktion wirft das weitere Fragen auf: Warum macht dann aber die Geschäftsführung die schlechte Entwicklung der Produktion für die überraschende Zechenschließung verantwortlich? Was sind die tatsächlichen Schließungsgründe? Wird hier auf Kosten der Mitarbeiter etwa nur die strategische Finanzpolitik vom Werhahn-Konzern in Neuss ausgeführt? Betriebsbesichtigung 07.04.2003

Nicht nur für die Stadt Mayen, auch für die Region Mayen-Koblenz hätte die Schließung der Zeche negative Auswirkungen. Denn sollten die Rückbaupläne der Zeche mit dem Förderturm tatsächlich ohne politische Mitsprache umgesetzt werden, dann würde nicht nur der Förderturm verschwinden, sondern auch der Schachteingang mit Beton für immer verschlossen werden. Deshalb geht die Schließung der Moselschiefer-Produktion auch jeden Politiker in Mayen, der Region Mayen-Koblenz und auch "bis nach Mainz" etwas an! Was nützen all die Bemühungen und Förderungen der letzten Jahre, die für den Erhalt der Tradition rund um das Naturgut "Basalt" durch viele Vulkanpark-Einrichtungen vollzogen wurden, wenn nun der Moselschiefer - gleichfalls einzigartiges geologisches Erbe unserer Heimatregion - mit seiner jahrhundertelangen Fördergeschichte und Tradition einfach "zubetoniert" wird. Für die FWM-Fraktion würde dadurch ein aussichtsreicher Kandidat für den Titel "Weltkulturerbe" für immer zerstört. "Deshalb sollten all diese Entscheidungen und Fakten zwingend politisch begleitet werden", so Hans-Georg Schönberg abschließend. Um einen entsprechenden Prozess anzuregen, kündigte er an, auf alle Mandatsträger mit einem Schreiben zuzugehen, um sie für für die Erhaltung der Moselschieferproduktion und seiner Kulturgeschichte zu sensibilisieren und zu gewinnen.

Pressemitteilung FWM-Fraktion im Mayener Stadtrat, den 27.08.2018