Unbegreiflich: Rathscheck-Management legt Axt an eigene Wurzeln


FWM: Trotz Rekorden der Werhahn-Gruppe soll die geplante Zechenschließung zur Verbesserung der Ertragskraft beitragen!?



Mayen. Die Werhahn-Gruppe in Neuss, zu der auch Rathscheck Schiefer gehört, hat vor kurzem ihr Ergebnis für 2017 bekannt gegeben. Nach den besonders erfolgreichen Rekordjahren 2015 und 2016 vermeldet das Familienunternehmen wiederum auf einem sehr hohen Niveau einen positiven Konzernabschluss von rund 112 Millionen Euro (Vorjahr 105 Mill.). Das geht aus dem Geschäftsbericht 2017 hervor. Weiter steht in diesem Bericht, dass der Umsatz für den Geschäftsbereich Schiefer mit 68 Mio. Euro leicht unter dem Vorjahr lag, jedoch ist das Ergebnis vor Steuern deutlich unter den Erwartungen geblieben. Als Gründe dafür werden neben dem anhaltenden Preisdruck, die Absatzmenge und der Ausbringungsgrad in Deutschland angeführt. Um das Ergebnis vor Steuern zu verbessern, soll nun das Rathscheck-Management in Mayen tätig werden. Wie bereits mehrfach in der Presse zu lesen war, sehen die beiden Geschäftsführer Andreas Jäger und Frank Rummel dafür nur eine radikale Lösung, bis Ende 2019 die Produktion von Moselschiefer in Mayen einzustellen. In erster Linie werden wirtschaftliche Gründe dafür benannt. Von der Schließung der Moselschiefer-Produktion sind 51 Mitarbeiter betroffen.

Aus diesem Anlass trafen die Freien Wähler Mayen mit den betroffenen Mitarbeitern, Bergleuten und dem Betriebsrat zusammen. Dabei verhehlte der Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler Mayen, Hans-Georg Schönberg, nicht seine Enttäuschung über die geplante Schließung und äußerte die Erwartung, dass ein Unternehmen der Größenordnung des Wehrhahn-Konzerns seine soziale Verantwortung ernst nimmt: " Der Werhahn-Konzern darf die von der Schließung betroffen 51 Mitarbeiter nicht im Regen stehen lassen und sollte deshalb eine detaillierte Überprüfung des Mayener Managervorhaben vornehmen!" Das sei das Mindeste! Gerade vor dem Hintergrund, dass es in den letzten Jahren keinerlei Hinweise der Geschäftsführung des Schieferunternehmens in Richtung Schließung gegeben habe.

Schönberg verweist sogar auf gegenteilige Signale der beiden Geschäftsführer in den zurückliegenden Jahren: Auf diversen Veranstaltungen haben die beiden Geschäftsführer bekundet, dass - wenn in Deutschland kein Schiefer mehr produziert würde - die Firma Ratscheck Schiefer der letzte wäre, die ihre Produktion einstellen würde. Ähnlich äußerten sich die beiden Geschäftsführer Jäger und Rummel gegenüber der Bundestagsabgeordneten Mechthild Heil bei deren Besuch 2013 mit der Aussage, dass das Unternehmen noch für viele Generationen Untertage-Abbau in Mayen betreiben könne und damit ein wichtiger Faktor für Arbeitsplätze und Wertschöpfung bleiben werde. Als Grotesk empfinden in diesem Gesamtzusammenhang die Freien Wähler Mayen auch die Tatsache, dass noch vor einigen Monaten ein neuer Mitarbeiter für den Bergbau in Mayen eingestellt wurde und dieser auch noch aus einem bestehenden Beschäftigungsverhältnis kam. An eine Schließung hat wohl da noch keiner gedacht?

Petition 1x klicken Foto: Screenshot www.openpetition.de/petition/online/bergwerk-mayen-schacht-katzenberg-darf-nicht-sterben#petition-main Für den Fraktionsvorsitzenden der FWM, Hans-Georg Schönberg, ist nicht nur deshalb die Betriebspolitik von Rathscheck Schiefer nicht nachvollziehbar und unverantwortlich gegenüber den Mitarbeitern. So setzten sich die Geschäftsführer zuletzt noch mit einem Neubau eines Büro-, Schulungs- und Veranstaltungsgebäude "in Szene", gleichzeitig wurde jedoch bei den Mitarbeitern, Gerätschaften und vor allem bei der Erkundung neuer Abbaugebiete in den letzten Jahren "nur auf Substanz gefahren". Folge der wohl nicht ausreichenden Planungen und fehlenden Überprüfung von Alternativkonzepten ist nun die einfachste Lösung der Zechenschließung. Und das, obwohl der Moselschiefer für einer der ältesten Markenbegriffe weltweit steht und bis heute als Schiefer von bester Qualität bekannt ist. Mit der urplötzlich angedachten Produktionseinstellung und ihrer vorgesehenen rasanten Umsetzung stößt die Firma Rathscheck ihre Mitarbeiter sowie quasi eine ganze Region und ihre Menschen "vor den Kopf" und schädigt so auch das Image der gesamten Werhahn-Gruppe nicht unerheblich! Da hätten die 51 Mitarbeiter, die Region Mayen und der berühmte Moselschiefer doch eine bessere Führung der Geschäfte verdient.

Pressemitteilung FWM-Fraktion im Mayener Stadtrat, den 19.08.2018